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Das Gebiet liegt im Nordosten von Lancashire und umschließt den Forst
von Bowland und das Lune Tal. Der Forst von Bowland erstreckt sich über
800 km² und wurde als "eine der besterhaltenen (und am wenigsten zugänglichen)
Moorlandschaften Englands" beschrieben. Es ist ein Gebiet, das schon in
der Vergangenheit durch die EU gefördert wurde, aber nach wie vor sowohl
von der einheimischen Bevölkerung als auch von der Wissenschaft unterschätzt
wird. Es ist eine gefährdete Landschaft, die dringend eines besser informierten
und effizienteren Managements bedarf.
Das zentrale Mittelgebirgsherz des Bowland Forest wird von abwechselnden Bändern
aus Schiefer und grobem, harten Sandstein gebildet. Der härtere Sandstein
bildet die kahlen Höhenlagen, während der weichere Schiefer zu seichten
Becken und eingeschnittenen Tälern und Spalten erodiert ist, in denen sich
üblicherweise Reste alten Waldes erhalten haben. Die ausgedehnten Höhenzüge
des Mittelgebirges sind von Niedermooren und Heidelandschaften bedeckt, die heute vor
allem für die Schafweide und Jagd auf Wildgänse genützt werden.
Im Kontrast dazu bietet das Lune Tal einen breiten, flachen Talboden, der heute in gleichmäßige Grünlandflächen aufgeteilt ist. Moorland und Tallandschaft
ergänzen sich, da beide notwendig waren, um menschliche Ansiedlungen zu versorgen.
Die Spuren menschlicher Besiedlung sind vielfältig und reichen von vorgeschichtlichen,
umwallten Siedlungen über römische Straßen zu den mittelalterlichen Motten und
Burgen im Lune Tal. Daneben gibt es viele Reste früher Industrie, wie Steinbrüche,
Kalkbrennöfen oder Kohlemeiler. Trotzdem ist dieses Gebiet, im Vergleich
zu anderen Teilen von Lancashire, archäologisch nur wenig erforscht.
Forschung
Seit 1994 führt English Heritage (die nationale Organisation zum Schutz
und zur Förderung des historischen Erbes) in ganz England in Zusammenarbeit
mit den lokalen Behörden ein Programm zur Historischen Landschaftscharakterisierung
(Historic Landscape Characterisation - HLC) durch. HLC ist eine GIS (Computergestützte
Geographische Informationssysteme) gestützte Methode, um die historische
und archäologische Dimension der aktuellen Landschaft besser zu verstehen.
Es dient verschiedenen Zwecken, wie der Bildung, Forschung, dem Landschaftsmanagement,
einer angepassten landwirtschaftlichen Entwicklung, der Raumordnungsplanung
und der Umweltverträglichkeitsanalyse. Eine HLC Analyse wurde von der Bezirksregierung
von Lancashire im Jahr 2000 abgeschlossen. Der englische Beitrag zu Pathways
to Cultural Landscapes bemüht sich nun um eine Vertiefung der Ergebnisse.
Im ersten Schritt werden, aufbauend auf den schon vorhandenen Daten, zusätzliche
Informationen eingespeist, die eine detailliertere Aussage ermöglichen
und einen Vergleich der sehr allgemeinen Methoden des HLC mit tiefergehenden
Einzelfallanalysen ermöglichen. Das Projekt beschäftigt sich dabei
mit folgenden Themen, die von regionaler, nationaler und internationaler Bedeutung
sind:
- Die Beziehung zwischen allgemeinen Landschaftscharakteren, HLC und einzelnen
archäologischen Fundorten
- Der Charakter historischer, zerstreuter Siedlungen und die Beziehung von
Siedlungsmustern, historischer Landnutzung, natürlicher Ressourcen
und dem historischen Landschaftscharakter
- Die Darstellung der zeitlichen Tiefe der Landschaft
- Das Potenzial von HLC zur Voraussage der Verteilung archäologischer
Fundorte, ihrer Lokalisierung und ihrem Erhaltungszustand
- Die Anwendung von HLC, um die Sichtbarkeit, Empfindlichkeit und Wahrnehmung
der historischen Landschaft in der modernen Landschaft zu bestimmen
- Die Anwendung von HLC, um die Seltenheit und Gefährdung historischer
Überreste zu bewerten
Vermittlung
Die Einbindung der lokalen Gemeinden und Verbände ist ein besonders wichtiger
Aspekt des Projekts. Das Bewusstsein der Öffentlichkeit für ihre
unmittelbare Umgebung, ihre Wahrnehmung, ihre emotionale Bedeutung, ja sogar
ihre mythologischen Assoziationen mit der Landschaft, sind von entscheidender
Bedeutung für das volle Verständnis einer Kulturlandschaft. Daher
werden Foren für allgemeine Versammlungen, Gemeindeversammlungen, Schulen
und örtliche Gruppen geschaffen. Dazu soll der Zugang zur Kulturlandschaft
erleichtert werden. Dies betrifft sowohl den physischen als auch den intellektuellen
Zugang zur Landschaft. Deshalb werden zwei Kulturwege angelegt. Dazu entsteht
eine Website, die dem Besucher unter anderem einen virtuellen Flug über
das Gebiet ermöglicht. Dies ist besonders für die Gebiete wichtig,
in denen der Zugang beschränkt ist.
Management
Eine wichtige Weiterentwicklung von HLC ist die Anwendung als ein Werkzeug
zum Landschaftsmanagement. Über die Charakterisierung der einzelnen Landschaftsteile
kann ein Rahmenwerk zu einer Landschaftsnutzung unter Berücksichtigung
lokaler Besonderheiten und der historischen Vielschichtigkeit entwickelt werden.
Das Projekt zielt dabei auf:
- Leitlinien für eine nachhaltige Landschaftsentwicklung und -pflege
für lokale Behörden, Landnutzer und die breite Öffentlichkeit
- Formulierung von Prioritäten, die in andere Programme und Arbeiten
integriert werden sollen
- Optimierung der Verteilung von Fördergeldern und Garantie ihres zielgerichteten
Einsatzes.
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