Die Forschungsstation für Mittelgebirge
Die 1969 gegründete Forschungsstation für Mittelgebirge, nahe Gelnhausen
im hessischen Spessart, hat sich zum Ziel gesetzt, die zeitliche und räumliche
Dynamik der Lebensräume und Lebewesen der mitteleuropäischen Mittelgebirge
zu erforschen.
In dieser in Europa einmaligen Einrichtung werden Grundlagenforschung und anwendungsbezogene
Wissenschaft Seite an Seite betrieben. Im Rahmen der Regionalentwicklung und
des Naturschutzes werden Projekte bearbeitet und Gutachten erstellt. Von besonderer
Bedeutung sind das Biomonitoring (Überwachung der Bestandsentwicklung einzelner
Arten) und die Qualitätssicherung in der angewandten Forschung.
Die Basis für diese Arbeiten bildet die wissenschaftliche Forschung in
den Themenbereichen Ökologie, Limnologie, Botanik, Taxonomie, Biogeographie,
Geologie und Geomorphologie. Die Anwendung des Geographischen Informationssystems
(GIS) ermöglicht eine raumanalytische Betrachtung der wissenschaftlichen
Daten.
Die Forschungsstation für Mittelgebirge leistet einen wichtigen Beitrag
zur regionalbezogenen Umweltbildung. Hierzu werden zahlreiche Veranstaltungen
für Erwachsene und Kinder angeboten, wie z.B. Exkursionen, Vorträge
und Kurse. Unterstützt werden die Aktivitäten durch die in der Forschungsstation
ansässige Johann-Heinrich-Cassebeer Gesellschaft, einem gemeinnützigen
Verein zur Förderung regional-biologischer Forschung und generationenübergreifender
Umweltbildung.
Der Spessart als Modellregion für Mittelgebirgsforschung
Der Spessart ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete
Deutschlands. Er zeichnet sich durch vergleichsweise geringe ackerbauliche Nutzung
und dünne Besiedlung aus. Derartige Naturräume sind mit reichstrukturierten
Ökosystemen und bemerkenswerter Artenvielfalt ausgestattet und wichtige
Ausgleichsgebiete für die industriellen Ballungszentren. Eine Reihe der
Forschungsprojekte sind daher eng mit dem Spessart verbunden, weitere werden
in anderen europäischen Mittelgebirgen durchgeführt.
Das Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg (FIS) und die Senckenbergische
Naturforschende Gesellschaft (SNG)
Die Forschungsstation für Mittelgebirge ist eine der vier Außenstellen
des Forschungsinstituts Senckenberg, deren Träger die Senckenbergische
Naturforschende Gesellschaft ist. Diese wurde 1817 auf Anregung von Johann Wolfgang
von Goethe von 17 Frankfurter Bürgern gegründet und betreibt als nichtstaatliche,
unabhängige und gemeinnützige Institution weltweite Naturforschung.
Das zentrale Thema aller senckenbergischen Einrichtungen ist die Biodiversitätsforschung
(Vielfalt des Lebens erfassen, verstehen und bewahren) an rezenten und fossilen
Lebewesen und Lebensstätten insbesondere in den Bereichen Taxonomie und
Systematik. Die Forschungsergebnisse werden durch Veröffentlichungen, Lehre
und das Naturmuseum der Allgemeinheit zugänglich gemacht.
|